"Derzeit werden rund 60% unseres Bilddatentransfers über das Teleradiologienetzwerk abgewickelt."

Dr. med. Barbara Luka, HELIOS-Klinik Hagen-Ambrock

Der wahre Wert der Telemedizin

Telemedizinische Projekte sind mittlerweile eine feste Größe in der Versorgungslandschaft. Und sie gelten als vielversprechender Ansatz, um den künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen – allen voran dem demografischen Wandel und einer drohenden Unterversorgung in bestimmten Regionen – die Stirn zu bieten. Aber was und wem nützt die Telemedizin in der Praxis tatsächlich? Diese Frage wollte auch der Westdeutschen Teleradiologieverbund beantwortet wissen und startete eine Umfrage und Interviews unter den Teilnehmern.

„Trägt der Westdeutsche Teleradiologieverbund dazu bei, die medizinischen und ökonomischen Versorgungsprozesse der teilnehmenden Institutionen im Rahmen der aktuellen technischen Möglichkeiten zu verbessern?“ So lautet die übergeordnete Fragestellung, Die Ergebnisse wurden auf dem 12 Anwendertreffen des Westdeutschen Teleradiologieverbunds im April dieses Jahres im Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil vor über 60 Teilnehmern aus 35 Einrichtungen in Bochum präsentiert. „Aus den rund 30 Antworten konnten wir wichtige Informationen für unsere Arbeit und weitere Perspektiven aus der Analyse generieren“, so Marcus Kremers, Geschäftsführer der MedEcon Telemedizin GmbH, die den Verbund managt.

Administrative Entlastung und bessere Versorgung bestätigt

Die wichtigste Botschaft: Die Mehrheit der Befragten und der Anwender sieht einen eindeutigen Vorteil in Puncto Wissensaustausch und Versorgungsverbesserung durch die Teilnahme am Westdeutschen Teleradiologieverbund. Rund 90 Prozent der Befragten sehen eine unmittelbare, administrative Entlastung, die zu Zeit- und Kostenersparnissen führt. Außerdem – so die Ergebnisse der Befragung – trägt die Teilnahme am Verbund zu der Umsetzung flexiblerer Arbeitszeitmodelle durch den digitalen Bilddatenversand bei. Weitere Vorteile sieht die Mehrheit außerdem in einer Beschleunigung des Verlegungs- und Behandlungsprozesses durch den schnellen Bilddatenversand via DICOM E-Mail, eine daraus resultierende frühzeitige Diagnostik sowie eine schnellere Therapieeinleitung. Darüber hinaus sprechen die zusätzliche Hilfe bei der fundierten diagnostischen Entscheidung sowie die Verminderung von Doppeluntersuchungen für die aktive Teilnahme am Verbund. „Ein Großteil der Befragten definiert die Teilnahme am Verbund ausdrücklich als Wettbewerbsvorteil in einem sich schnell wandelnden Markt und betont die deutlich verbesserte Kommunikation der beteiligten Behandelnden sowie die damit einhergehende Wissensdurchdringung“, so Philipp Wöstmann, Masterstudent für Health Care Management an der Universität Hamburg, der die Umfrage auswertete und die Ergebnisse in Bochum präsentierte.

Erhebliches Potenzial für die Zukunft

Trotz der hohen Zufriedenheit sehen sowohl die Verantwortlichen des Verbunds als auch die Anwender noch Potenzial für künftige Anwendungsgebiete des Westdeutschen Teleradiologieverbundes. Marcus Kremers: „Ganz oben auf der Liste steht die Ausweitung der hervorragenden Kommunikationsmöglichkeiten auf medizinische Daten jenseits von radiologischen Bilddaten – zum Beispiel auf Arzt- oder Befundbriefe. Schon heute wird der Verbund auch interdisziplinär genutzt und kommt DICOM E-Mails auch außerhalb der Radiologie, besonders in Unfallchirurgie, Kardiologie und Neurologie, zum Einsatz. Wir erkennen, dass der Wunsch der Anwender nach einem noch stärkeren interdisziplinären und intersektoralen Austausch groß ist. Mit dem Westdeutschen Teleradiologieverbund haben wir die notwendige Struktur hierfür bereits geschaffen und schauen darum optimistisch und innovationsfreudig in die Zukunft des Projekts.“

 

Ergebnisse der Befragung auf einen Blick

Der Westdeutsche Teleradiologieverbund…

- trägt zur administrativen Entlastung bei und führt zu personellen und materiellen Einsparungen
- ermöglicht eine flexible Arbeitsplatzgestaltung
- verbessert die Kommunikation der Beteiligten untereinander damit letztlich den Behandlungserfolg
- beschleunigt den gesamten Behandlungsprozess und entschleunigt gleichzeitig kritische Teilprozesse (zur Verfügung stellen von Informationen)
- stellt für die teilnehmenden Einrichtungen einen strategischen Wettbewerbsvorteil dar

Aktuelles

24.04.17 | Nachrichten

Westdeutscher Teleradiologieverbund nimmt auf conhIT den 300ten Teilnehmer ins Visier

Auf der conhIT in Berlin erwartet der Westdeutsche Teleradiologiebverbund weitere Interessenten, um das Netzwerk schon bald auf über 300 Teilnehmer erweitern zu können. Drei neue Teilnehmer werden für diesen Schritt symbolisch prämiert. » weiter

21.04.17 | Nachrichten

Neue Infofilme über den Westdeutschen Teleradiologieverbund

Informieren Sie sich über dien Verbund und die praktische Anwendung! » weiter

06.04.17 | Nachrichten

Netzwerk Aktiv Nummer 4

Das neue 6-seitige Magazin mit Berichten aus Aktivitäten in den Regionen. » weiter


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Verlegungsbegleitende Bildübermittlung

Bei der Verlegung eines Patienten in eine andere Klinik oder in eine Reha-Einrichtung könnenvorhandenen Bilddaten per DICOM E-Mail die aufnehmende Klinik und Fachabteilung noch vor dem Patienten erreichen. Somit können eine lückenlose Behandlung gewährleistet und Doppeluntersuchungen vermieden werden.

Fachbereichsübergreifende Nutzung

Die Mitwirkung im Verbund ist nicht auf radiologische Abteilungen begrenzt. Vielmehr bietet die Plattform auch die Möglichkeit, die Bildkommunikation durch die Anbindung an die bestehende interne Infrastruktur fachbereichsübergreifend (z.B.: Neurologie, Kardiologie, Chirurgie,…) mit anderen Einrichtungen zu organisieren.

Bereitstellung von Voruntersuchungen

Wichtige und hilfreiche Voruntersuchungen stehen im Bedarfsfall oft nicht zur Verfügung und können kurzfristig nicht beschafft werden. Im Teleradiologieverbund Ruhr können diese umgehend angefordert, versendet und empfangen werden. Damit ist eine schnellere und bessere Behandlung des Patienten möglich.

Heimarbeitsplatz

Mittels der Teleradiologieverbund-Plattform können Befundarbeitsplätze außerhalb der Klinik bzw. Praxis eingerichtet werden. So können z.B. Mitarbeiter, die aus familiären Gründen zu Hause seinmüssen, in gewohnter Arbeitsplatzumgebung und Ausstattung beteiligt werden. Dies kann vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und familiengerechten Arbeitsbedingungen für den Arbeitgeber eine wertvolle Option sein.