"Derzeit werden rund 60% unseres Bilddatentransfers über das Teleradiologienetzwerk abgewickelt."

Dr. med. Barbara Luka, HELIOS-Klinik Hagen-Ambrock

Dreifache Vernetzung: Elektronische Fallakte und Westdeutsche Teleradiologieverbund finden technisch, organisatorisch und regional zusammen

P R E S S E M I T T E I L U N G

Düsseldorf, 22.11.2013

Dreifache Vernetzung: Die Elektronische Fallakte aus Aachen und der Westdeutsche Teleradiologieverbund aus Bochum finden technisch, organisatorisch und regional zusammen

Einen Vernetzungs-Meilenstein haben auf der diesjährigen MEDICA Volker Lowitsch vom Verein Elektronische FallAkte e.V. (EFA) aus Aachen und Marcus Kremers von der MedEcon Telemedizin GmbH aus Bochum vorgestellt. Die beiden Ansätze zur Verbesserung der medizinischen Versorgung haben sich ausgetauscht, um über ihre technischen und regionalen Kerngebiete hinaus die Vernetzung auszuweiten und bereiten nun die Konnektivität der beiden Systeme Elektronische Fallakte und Westdeutscher Teleradiologieverbund vor.

Die Elektronische Fallakte basiert auf IHE-Kommunikationsstrukturen und bietet eine strukturierte Sicht auf alle Dokumente, die zu einem medizinischen Fall eines Patienten verfügbar sind. So können sich die involvierten Ärzte stets einen aktuellen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen.

Der Westdeutsche Teleradiologieverbund vernetzt über DICOM E-Mail aktuell rund 90 Kliniken und Radiologische Praxen in Nordrhein-Westfalen und ermöglicht diesen, untereinander medizinische Bilddaten (Untersuchungen) auszutauschen. Hierdurch können von behandelnden Ärzten schnell Zweitmeinungen eingeholt, Voraufnahmen bezogen und Verlegungen, z.B. in Spezialeinrichtungen oder im Bereich der Schlaganfall- und Schwerverletztenversorgung, vorbereitet werden.

Im Rahmen der Kooperation in einem Projekt der Entscheiderfabrik und dem vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU unterstützten Projektverbund TeBiKom.Ruhr wurden am Donnerstag (21.11.2013) nun erste Ergebnisse der Zusammenarbeit öffentlich präsentiert. Während die technische Brücke zwischen den beiden Systemen von der Healthcare IT Solutions GmbH aus Aachen und der VISUS Technology Transfer GmbH aus Bochum im Bau ist, ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesundheitsregionen bereits gestartet. Das Universitätsklinikum Aachen wird zukünftig auch über den Westdeutschen Teleradiologieverbund und damit rund 100 Kliniken und Praxen erreichbar sein und kann so beispielsweise mit den Universitätskliniken in Münster, Essen, Düsseldorf und Bochum Bilddaten austauschen. Diese Erfahrungen sollen für praxisnahe Implementierungen in die Elektronische Fallakte genutzt werden.

Volker Lowitsch, Geschäftsführer der  Healthcare IT Solutions verspricht sich dadurch eine passgenaue Abstimmung zwischen den beiden  Systemen, die sich dadurch in den klinischen Workflows ergänzen: "Die Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Teleradiologieverbund führt praxiserprobte Lösungsansätze zum Wohle der Patienten zusammen und zeigt beispielhaft auf, wie Kooperationen die Arbeit von Ärzten erleichtern kann."

Auch MedEcon Telemedizin Geschäftsführer Marcus Kremers sieht in der Partnerschaft einen bedeutenden Schritt: "Beide Systeme bringen eine Menge technisches Know-how, etablierte Strukturen und zahlreiche Anwender mit ein. Diese Kombination von verschiedenen Lösungen steigert den Nutzen für die Anwender und Patienten und wird die weitere Entwicklung fördern."

v.l.n.r.: Volker Lowitsch, Dr. Denise Bogdanksi, Marcus Kremers

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Die Elektronische FallAkte (EFA) ist 2006 als Projektinitiative gestartet, um einen bundes- (und europa)weit einheitlichen IT-Kommunikationsstandard für Ärzte und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen zu schaffen. Im Kern soll dies den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor deutlich verbessern. Denn der EFA-Standard ermöglicht IT-seitig einen hersteller- und systemunabhängigen Zugang zu benötigten medizinischen Informationen und fördert somit die effiziente Kooperation über den gesamten Behandlungsprozess. Wie das unter Realbedingungen in ganz unterschiedlichem Kontext funktioniert, zeigen ausgewählte EFA-Modellprojekte.
Die EFA-Plattform ist webbasiert. Die Spezifikationen wurden vom Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik entwickelt. Ab der Version EFA2.0 sind sie zudem IHE-konform. Sie sind offen zugänglich und lizenzfrei nutzbar.

Ansprechpartner:  Volker Lowitsch, Verein Elektronische FallAkte e.V., c/o Universitätsklinikum Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, Telefon: 0241 / 80-8 987, E-Mail: vlowitsch@ukaachen.de Weitere Infos: http://www.fallakte.de

 

Die MedEcon Telemedizin GmbH ist eine 2012 gegründete Gesellschaft zur Vernetzung medizinische Einrichtungen. Auf Basis der DICOM E-Mail Standardempfehlung der Deutschen Röntgengesellschaft wurde auf Initiative von MedEcon Ruhr zunächst im Teleradiologieverbund Ruhr Kliniken und Praxen der Gesundheitsregion Ruhr die Möglichkeit gegeben, herstellerneutral und barrierefrei untereinander Bilddaten (Untersuchungen) auszutauschen. Im November 2013 wurde der Verbund in Westdeutscher Teleradiologieverbund umbenannt, da mittlerweile rund 90 Einrichtungen aus ganz NRW dem Verbund angehören.

Ansprechpartner: Marcus Kremers, MedEcon Telemedizin GmbH, Universitätsstraße 136, 44799 Bochum, Telefon: 0234 97836-36, E-Mail: m.kremers@medecon-telemedizin.de
Weitere Infos: http://www.medecon-telemedizin.de

 

Mit dem vom Land NRW und von der EU unterstützen Verbundprojekt TeBiKom.Ruhr -Entwicklungsplattform der telemedizinischen Bilddatenkommunikation in der Gesundheitsmetropole Ruhr-sollen auf Basis der technischen Plattform des Westdeutschen Teleradiologieverbundes konkretere Verbesserungen in der regionalen Gesundheitsversorgung und Gesundheitsforschung erzielt werden. Die Gesamtkoordination des Vorhabens liegt bei der MedEcon Ruhr GmbH und die VISUS GmbH betreibt die technische Entwicklungsplattform. Anwendungsszenarien und Geschäftsmodellentwicklungen werden im Rahmen konkreter Teilprojekte bearbeitet.

Ansprechpartnerin: Dr. Denise Bogdanski, MedEcon Ruhr, Universitätsstr. 136. 44799 Bochum, Telefon: 0234 97836-80, bogdanski@medeconruhr.de Weitere Infos: http://www.tebikom.de

 

Pressemeldung als pdf hier

Aktuelles

24.04.17 | Nachrichten

Westdeutscher Teleradiologieverbund nimmt auf conhIT den 300ten Teilnehmer ins Visier

Auf der conhIT in Berlin erwartet der Westdeutsche Teleradiologiebverbund weitere Interessenten, um das Netzwerk schon bald auf über 300 Teilnehmer erweitern zu können. Drei neue Teilnehmer werden für diesen Schritt symbolisch prämiert. » weiter

21.04.17 | Nachrichten

Neue Infofilme über den Westdeutschen Teleradiologieverbund

Informieren Sie sich über dien Verbund und die praktische Anwendung! » weiter

06.04.17 | Nachrichten

Netzwerk Aktiv Nummer 4

Das neue 6-seitige Magazin mit Berichten aus Aktivitäten in den Regionen. » weiter


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Termine

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Fachbereichsübergreifende Nutzung

Die Mitwirkung im Verbund ist nicht auf radiologische Abteilungen begrenzt. Vielmehr bietet die Plattform auch die Möglichkeit, die Bildkommunikation durch die Anbindung an die bestehende interne Infrastruktur fachbereichsübergreifend (z.B.: Neurologie, Kardiologie, Chirurgie,…) mit anderen Einrichtungen zu organisieren.

Bereitstellung von Voruntersuchungen

Wichtige und hilfreiche Voruntersuchungen stehen im Bedarfsfall oft nicht zur Verfügung und können kurzfristig nicht beschafft werden. Im Teleradiologieverbund Ruhr können diese umgehend angefordert, versendet und empfangen werden. Damit ist eine schnellere und bessere Behandlung des Patienten möglich.

Verbund-Lösung

Mittels der Plattform können sich verschiedene Teilnehmer zu Verbünden (z.B. Stroke-Units, Trauma-Netzwerke,…) zusammenschließen, um Versorgungsstrukturen zu verbessern, schnell Fach- oder Zweitmeinungen einzuholen oder Vertretungslösungen zu organisieren.

Postversand-Ersatz

Der übliche Weg, Patientenbilder auf Datenträgern gebrannt weiterzugeben, ist mit einem hohen Produktions-, Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Zusätzlich besteht die Ungewissheit, ob der Datenträger unversehrt ankommt und die Daten in das dortige System eingelesen werden können. Im Verbund erfolgt der Bildversand umgehend per DICOM E-Mail. Der Versender sieht dabei den aktuellen Versandstatus der Bilder und hat somit Gewissheit, dass diese beim gewünschten Empfänger angekommen sind.